„Unreflektierte Nutzung ist größte Herausforderung“ – ChatGPT-Workshop an der Fakultät III durchgeführt

Im Rahmen des dime:US-Projekts wurde jetzt der erste Workshop zum Thema ChatGPT mit dem Titel „ChatGPT an Hochschulen – Herausforderung oder Innovation für die universitäre Lehr- und Prüfungskultur an der Fakultät III“ durchgeführt. Insgesamt 29 Personen aus der Fakultät III nahmen an der von Jacqueline Dreisbach und Tim Homrighausen (Digital Didactics Experts der Fakultät III) organisierten Veranstaltung teil und tauschten sich zum Thema aus.

Unter den Leitfragen „Welche Konsequenzen hat ChatGPT für die zukünftige Lehr- und Prüfungskultur in unserer Fakultät?“ und „Welche Möglichkeiten existieren, um anhand von ChatGPT die Lehr- und Prüfungspraxis an unserer Universität zu verbessern?“ diskutierten die Teilnehmenden des Workshops anhand praktischer Fallbeispiele mögliche Chancen und Herausforderungen von ChatGPT für die Fakultät III in Bezug auf zukünftige Lehr- und Prüfungsvorhaben.

„In meinen Augen besteht die größte Herausforderung nicht in der Existenz von ChatGPT, sondern stattdessen in einer unreflektierten Nutzung des Tools“, sagte Homrighausen im Anschluss an die Veranstaltung. „Ich glaube, die größte Herausforderung besteht darin, Studierenden und auch Lehrenden beizubringen, mit diesem Tool sinnvoll und reflektiert umzugehen und nicht unhinterfragt die Texte und Antworten der KI eins zu eins zu übernehmen. Hierzu müssen wir jedoch erst einmal selbst die Funktionsweise des Tools verstehen und gleichzeitig die Expertise entwickeln, KI generierte Antworten von menschlichen Antworten zu trennen. Ob dies überhaupt möglich sein wird, können wir jetzt aber noch nicht beurteilen. Höchstwahrscheinlich wird die KI in Zukunft noch besser in der Abbildung von menschlichen Texten sein.“

Aufgabenstellungen auf lokale Unternehmen und Kontexte beziehen

Der Workshop begann mit einem Rückblick auf die Podiumsdiskussion „Studium per Klick? Die Zukunft des Studierens mit Künstlicher Intelligenz – Podiumsdiskussion zu den Chancen und Herausforderungen von ChatGPT an der Universität Siegen“. Darüber hinaus wurden die Chancen und Risiken von ChatGPT mittels einer Particify-Umfrage unter den Lehrenden abgefragt und die Konsequenzen der Existenz von ChatGPT für die Fakultät III mittels eines inhaltlichen Inputs beschrieben.

Anschließend wurden die Anwesenden in sechs Gruppen aufgeteilt, die anhand verschiedener Fallbeispiele aus der Lehr- und Prüfungspraxis die Auswirkungen und Konsequenzen von ChatGPT für Lehre und Prüfung an der Fakultät III thematisieren sollten. In den Gruppen diskutierten die Workshop-Teilnehmer*innen dann jeweils eines von drei Fallbeispielen mittels des kollaborativen Interaktionsboards „Flinga“ im Kontext von Online-Prüfungen, Seminaren und semesterbegleitenden Arbeiten.

„Die Fallbeispiele haben wir zunächst sehr allgemein gehalten“, erklärte Homrighausen. „Der Zweck bestand darin, dass die Lehrenden diese Fallbeispiele sehr intuitiv nachvollziehen können, um diese dann auf ihre eigene Lehrpraxis beziehen zu können. Die Beispiele beinhalteten dann so etwas wie die Verwendung von ChatGPT von den Studierenden innerhalb einer Online-Klausur oder die Verwendung von ChatGPT zur Anfertigung einer Hausarbeit.“ In der Diskussion haben die Dozierenden sehr unterschiedliche Aspekte eingebracht. Auf der einen Seite wurde über die Vorteile von Präsenzprüfungen und Online-Prüfungen in Bezug auf ChatGPT gesprochen. Andererseits wurde ebenso darüber diskutiert, wie die Existenz von ChatGPT positiv für den Lehrkontext genutzt werden kann. „Dies könnte beispielsweise so aussehen, dass in Seminaren und Vorlesungen das Tool ChatGPT als Inhalt thematisiert wird oder KI-generierte Texte von den Studierenden geprüft werden könnten“, so Homrighausen. „Generell wurde auch davon gesprochen, spezifischere Fragestellung zu benutzen, indem man sich zum Beispiel in unserer Fakultät bei der Formulierung von Aufgaben auf lokale Unternehmen und Kontexte bezieht. Diese kann ChatGPT noch nicht so einfach abbilden, wie z.B. Unternehmen, über die digital sehr viele Informationen zur Verfügung stehen.“

Zum Abschluss des Workshops stellten die Teilnehmenden ihre Diskussionsergebnisse zu den Chancen und Risiken von ChatGPT im Plenum vor. Die Argumente wurden anschließend im Plenum diskutiert und gemeinsam verhandelt. Nach Beendigung des Workshops wurden den Teilnehmenden die Ergebnisse der Umfrage sowie die gesammelten Notizen zur Verfügung gestellt.

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VÖ: 23.05.2023